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Gab es wirklich “Blut” in Second Life?

November 2007 | Meinung von Kay A. Schönewerk | Neue Artikel per Mail erhalten

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So sieht es bislang aus: Die Berliner Unternehmung “ComMeta” veröffentlicht eine Pressemeldung Meldung, dass in ihrem virtuellen Second-Life-Konferenzzentrum ComMeta.CC ein Amokläufer eingedrungen sei, um sich “geschossen” hätte und zwei Avatare “gestorben” seien. Zudem veröffentlicht das Unternehmen mehrere Fotos, auf denen die “Bluttat” zu sehen sein soll. Heute abend melden sich dann zwei Kommentatoren (”Ansgar Wisent” und “Leif”), die sich Mitarbeiter des Unternehmens ausgeben, und bestätigen beide die “Echtheit” des Vorfalls. Tatsächlich ist der Name Ansgar Wisent als Gesellschafter und Geschäftsführer auf der Webseite aufgeführt - und er lässt sich recht einfach zur Berliner Schaltzeit GmbH zurückverfolgen.

Verwunderlich: a) Bis jetzt hat kein anderes Medium (soweit mir bekannt) über den Inhalt der Pressemitteilung - also über den angeblichen “Amoklauf” berichtet. b) Zudem ist mir bislang nicht bekannt gewesen, das man in SL ermordet werden kann. Kann aber eine Wissenslücke meinerseits sein. Und c) Und ich frage mich, wie man denn so schnell Beweis-Screenshots anfertigen kann, wenn man doch gerade völlig entsetzt zuschauen muss, wie ein “Amokläufer” durchdreht…?

Fragen über Fragen. Und bislang beschleicht mich nur das sehr, sehr starke Gefühl, das hier eine kleine PR-Aktion losgetreten werden soll, die meiner Meinung nach mehr als grenzwertig ist. Aber vielleicht äußern sich die Absender der PM Mitteilung ja nochmal ausführlich. Vielleicht in einem Interview?

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1 Kommentar »

  1. Hallo Herr Schönewerk,

    Danke für Ihre Mail. Sehr gerne stehen wir Ihnen für ein Interview zur Verfügung. Da wir heute noch eine Veranstaltung im Center haben, schlage ich vor, wir drehen anschließend noch eine Diskussionsrunde. Gern auch mit den Gästen live. Ich lade sie gern ein, wenn sie mögen. Ansonsten antworte ich morgen gern ausführlicher.

    Ich möchte betonen, dass wir eine sehr friedliche Gemeinschaft sind. Wenn während eines Vortrags ein “Griefer” reinkommt und die Veranstaltung stört, ist das aus unserer Sicht ärgerlich als auch lustig zugleich. Ich musste schon sehr lachen als sich unsere Fr. Beerbaum immer in die Schusslinie warf, um den Angreifer zu stoppen und nicht mehr die anderen Gäste zu stören. Der Dialog mit Ihm war letztendlich fruchtbar. Er verließ das Gelände um sein eigentliches Ziel zu erreichen.

    Im Normalfall hält man einen Vortrag an, verbannt den “Griefer” und macht dann weiter. Bei einem Live Streaming Event wie der Metanomics-Reihe ist das leider nicht möglich. Daher sehr ärgerlich für unsere Zuhörer. Über solche Zwischenfälle geben wir keine Pressemeldungen raus. Als Virtual Conferencing Community, die zusammen mit anderen das Potential von SL gern ausnutzen will, spricht das auch völlig gegen unsere Interessen.

    Daher haben wir dies nicht getan. Wir haben lediglich den Fall, der tatsächlich passiert ist, in unserem Blog erwähnt und befreundeten Online-Kollegen erzählt. Wer SL nicht kennt, findet das sicher interessant und reißerisch.

    Daher wollen wir dies gern klarstellen. Natürlich kann ein Avatar nicht so einfach sterben. Das ist eher sinnbildlich. Dass jedoch Waffen und Blutspritzer möglich sind, ist jedoch wahr. Der SL-Grid stellt vektorisierte Objekte dar. Was für ein Objekt sich dahinter verbirgt, ist natürlich dem Grid selbst nicht klar, es sei denn man fügt Metadaten hinzu. Daher sind effektive Filter nicht möglich.

    Das ComMeta.CC befindet sich nicht auf einer Spielzone. Personen, die also SL gern für das Spielen nutzen, sind in den anderen Zonen gut aufgehoben.

    Wie gesagt, gern mehr Infos sobald der Vortrag heute Abend vorbei ist. Dieser beginnt 20:00 Uhr. Ich denke dann ab 21:30 Uhr können wir gern live im ComMeta.CC über die “Griefer”-Problematik diskutieren. Was meinen Sie? Haben Sie Lust?

    Ansonsten schicke ich Ihnen gern morgen den Interviewbogen.

    Viele Grüße aus der Hauptstadt.

    André Winzer alias Ansgar Wisent

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