Blutrünstige Gruschelmonster
Juni 2009 | Meinung von Anja Rettmann | Neue Artikel per Mail erhaltenViel zu öde, der Name. Da sollen sich Freunde des roten Lebenssaftes zusammenfinden, um als blutrünstige Gruschelpartner in neuformierter Online-Community über das nächste Date beim Transfusionsmediziner oder die Bedeutung von Thrombozyten bei der Blutgerinnung zu philosophieren, und dann nennt sich jenes Netzwerk ganz spröde Blutspender.net. Also bitte, da hätte es doch wohl weitaus bessere Namen gegeben oder? Blutig oder medium zum Beispiel, oder VampirVZ. Oder wie wäre es mit Der halbe Liter, dann würde auch die DHL-Abkürzung endlich mal wieder positiv konnotiert?
“Hier treffen sich Gleichgesinnte, die sich austauschen möchten”, flötet die Pressemitteilung. Hier, das ist in dem Falle also die neue Blutspender-Community vom Deutschen Roten Kreuz. Mit “Gleichgesinnte” sind wahrscheinlich diejenigen Existenzen gemeint, denen Facebook und Co. zu langweilig beziehungsweise einfach zu blutleer ist. Denn niemand tackert sich hier sein Blut-Bild an die Pinwand oder tritt der Gruppe “Von Dracula lernen heißt siegen lernen” bei. Und was sich diese sogenannten Gleichgesinnten austauschen können, nunja, sollte man sich vielleicht lieber nicht bildlich vorstellen.
Meinethalben, sollen sich die virtuellen Blutsbrüder doch zusammen- stupsen, sich als Bloody Mary, Sexy-Rhesusäffchen oder Type O Negative anmelden, um ihre Profile mit DNS-Informationen zu befüllen oder in den Foren Oden ans Hämaglobin zu publizieren. Für mich ist das nichts. Mir reicht mein Account bei den Organspendern.

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harhar. gibts das wirklich? coole sache, cooler text.