Freundschaft vs. Essen
Januar 2009 | Meinung von Tina Strobel | Neue Artikel per Mail erhalten
Burger King’s neue Aktion “Whopper Sacrifice” zielt auf die niederen Instinkte und Grundbedürfnisse des Menschen: Essen gegen Freundschaft. Wer zehn seiner Facebook-Freunde opfert, bekommt einen Angry Whopper im Wert von 3,69 $. Besonders perfide an der Sache: der gekündigte Freund bekommt in einer Facebook-Nachricht mitgeteilt, dass die Freundschaft nicht mehr Wert war als ein Burger.
Im Gegensatz zur Whopper Virgins-Kampagne, von der wir vorige Woche berichteten, hat die Agentur Crispin Porter + Bogusky diesmal wieder ganze Arbeit geleistet. Die Kampagne wird in allen Medien heiß diskutiert und hat bis jetzt 208284 Freundschaften gekostet!
Unklar scheint noch, inwieweit Facebook in diese Aktion involviert ist. Einige sprechen von einer Zusammenarbeit von Burger King und den Facebook-Machern, um neue Adressen zu generieren und den Kundenstamm zu erweitern. Obwohl bei Facebook wohl vordergründig erst einmal Verluste anzunehmen sind…
Harald Taglinger hat die Kampagne auch gleich weiterentwickelt und in seinem Artikel Ideen für weitere Aktionen gesponnen, die er nicht nur als Marketing, sondern als “ästhetische Marktbereinigung” ansieht. Gummibärchen gegen Duschen ist beispielsweise eine davon.
Und Brian Gries, Vice President Marketing Burger King, drückt die Idee hinter Whopper Sacrifice so aus: “Vor der Aktion gab es eigentlich keinen höflichen Weg, um sich von jemanden zu ‘ent-freunden’. Und schließlich gibt es einen Whopper als Belohnung”.
Was die Marketingverantwortlichen von Burger King doch so alles unter ‘höflich’ verstehen…
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