Communities vor unserer Zeit
Januar 2011 | Meinung von Tina Ebermann | Neue Artikel per Mail erhaltenHatte das Leben damals eigentlich einen Sinn, als soziale Kontakte noch ohne “gefällt mir”-Buttons und die Option “als Freund hinzufügen” gepflegt worden sind? Was hat man früher nur ohne die aberwitzigen Gruppen à la „Ey, die Sonne scheint, dann werd´ ich mal in kurzen Hosen fernsehen“ getan? Wie kann ein Leben überhaupt denkbar sein, ohne diese 140-Zeichen Nachrichten, die imstande sind, detailliert der Welt die Verfärbung des seit drei Wochen abgelaufenen Joghurts im Kühlschrank zu dokumentieren?
Wie konnte der Mensch damals nur ohne die Herausforderungen leben, seine besten 800 Freunde zur nächsten Geburtstagsfeier in das Wohnzimmer buxieren zu müssen? Wie ohne dem Chef zu erklären, warum Bilder aufgetaucht sind, die den enthemmenden Einfluss des Akoholkonsums dokumentieren? Scheinbar doch ganz gut: Networking gab es nämlich lange vor Twitter, Facebook und Co. Sogar mit Gesprächen über 140 Zeichen und mit wirklichen Freunden, die man nicht nur als solche definiert, weil sie an der Supermarktkasse die gleiche Dosensuppe gekauft haben. Kaum zu glauben, aber wahr.
[Bildquelle: Screenshot www.ibelieveinadv.com]
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