Unkommentiert
November 2007 | Meinung von Kay A. Schönewerk | Neue Artikel per Mail erhalten
Folgende PM Mitteilung erreichte mich gerade. Aus Zeitgründen leite ich sie ersteinmal völlig unkommentiert und im Vollzitat weiter. Später dann natürlich gern mehr… : “Im deutschen Second-Life-Konferenzzentrum ComMeta.CC schiesst ein Nutzer mit seinem Maschinengewehr wahllos in die anwesenden Teilnehmer. Zwei Avatare verstarben.”
[Zitatanfang] Richtig realisieren können die Eigentümer des deutschen Second-Life-Konferenzzentrums ComMeta.CC noch nicht, was ihnen am 26. November 2007 geschah. Wie jeden Montag übertrug das ComMeta.CC einen Vortrag aus der Metanomics-Eventreihe der Cornell University (NY/USA). Metanomics erforscht, welche Bildungschancen durch Second Life entstehen. Währenddessen wurden sie Opfer eines Amoklaufs.
Im Eingangsbereich des ComMeta.CC empfängt die virtuelle Mitarbeiterin Cecil Lubitsch alle Gäste des Centers persönlich. Gegen 20:00 Uhr begrüßte sie auch den SL-Nutzer Dean Clavenham. Statt ihrer Einladung zum Vortrag zu folgen, zückte Dean Clavenham ohne Vorwarnung sein Maschinengewehr und schoss auf die Empfangsdame. Als diese schwer getroffen zusammensackte, stürmte der Amokschüwtze in den Konferenzraum und schoss auf die dort versammelten Avatare. Auch in Second Life spritzt Blut, wenn eine Kugel ein Opfer trifft.
Die Gastavatare legten sich deshalb auf den Boden und suchten Schutz hinter den Sesseln und Tischen. Um die Gäste zu retten, warf sich Illijana Beerbaum, eine weitere Mitarbeiterin des ComMeta.CC, immer wieder in die Schusslinie des Schützen. Schließlich sackte sie leblos zusammen. Nach etlichen Gewehrsalven und verbalen Angriffen teleportierte sich Dean Clavenham überraschend an einen anderen Ort. Wohin, und ob er auch dort rumballerte, ist nicht bekannt. Die Motive des Täters bleiben ebenfalls unklar.
Dem Massaker von Dean Clavenham fielen insgesamt vier Avatare zum Opfer. Zwei der Avatare - darunter Illjana Beerbaum - wurden so schwer getroffen, dass sie vor Ort verstarben. Sie waren nur über einen neuen Login wiederzubeleben. Die anderen beiden verletzten Avatare konnten - vergleichbar einem Schockzustand - kurzzeitig nicht navigieren.
Andreas Illmann, Leiter des Konferenzzentrums www.commeta.cc, reagierte sofort: “Um die Sicherheit unserer Gäste in Zukunft zu gewährleisten und sie vor solchen Attacken zu bewahren, verbannten wir Dean Clavenham sofort aus dem ComMeta.CC. Bei Firmen-Events bieten Gästelisten optimale Sicherheit.” Das virtuelle Konferenzzentrum gibt es bereits seit Oktober 2006. “Das aber ist der erste gewaltsame Zwischenfall bei einer öffentlichen Veranstaltung, den wir erlebt haben. Ich hoffe inständig, dass sich Vandalismus unter SL-Nutzern nicht zum Trend entwickelt. Sicher bleibt es ein Einzelfall. Die Vergangenheit unseres Convention-Centers zeigt, dass man Second Life sinnvoll fürs Geschäftsleben nutzen kann. Immerhin haben wir wöchentlich bis zu drei Veranstaltungen im Haus. An dem Konzept der offenen Veranstaltungen halten wir deshalb fest.” resümiert Illmann, der das Center über Vermietung finanziert.
Ruhig und ohne Zwischenfälle verlief der Dienstagsvortrag, welcher unmittelbar auf das Massaker folgte. Die Juristin Iris Speiser alias Carina Raymaker sprach über das Thema: “Rechtsgeschäfte und Dispute Resolution in Second Life”. Zunehmend kommt es im Second Life auch zu rechtlichen Differenzen zwischen den Bewohnern untereinander, weil SL die Züge einer realen Gesellschaft gewinnt. Verdammt nah dran an der realen Gesellschaft des “First Life”.
Kontakt und weitere Informationen:
http://www.commeta.cc
Ansprechpartner und Augenzeuge:
Andreas Illmann
Email: illmann@commeta.cc
Tel. 030-612 89 260 [Zitatende]
Foto: Screenshot
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Hier einige “Beweisbilder” von dem angeblich stattgefundenen Amoklauf… Link
Leider wirklich so passiert. Amoklauf ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn der Täter hat sich nicht selbst gerichtet. Aber war auf alle Fälle eine Überraschung.
Gruß,
Ansgar Wisent
Warum hat es denn, wenn es tatsächlich passiert ist, keinen User dazu bewegt, sich dazu zum Beispiel in einer der unzähligen Blogs zu äußern, die sich mit SL beschäftigen? Amoklaufende Avatare - das müsste doch eigentlich eine echte Aufreger-Story sein. Sorry - aber das kommt mir etwas unglaubwürdig vor…
Der Amoklauf ist wirklich so passiert. Wenn die Blogosphäre nichts darüber berichtet, heißt es längst nicht, das es nicht passiert ist. Vielleicht waren die Blogger halt gerade in anderen Welten unterwegens?
Der Amoklauf ist wirklich so passiert. Bloß weil die Blogosphäre nichts darüber berichtet, heißt es doch längst nicht, das es nicht passiert ist. Vielleicht waren die Blogger halt gerade in anderen Welten unterwegens?
Eine Überraschung ist das Maß an Peinlichkeit dieser Inszenierung. Zumal das Verletzen von Avataren nur in den wenigen Gebieten möglich ist, die vom Betreiber der Landfläche extra als unsicher deklariert wurden.
Ein ausgemachter Blödsinn, wenn ich mir das Kommentar erlauben darf.
1. Avatare in SL können nicht “sterben”. Sie existieren solange, bis sein Schöpfer den Account löscht. Es gibt SPIELE, in denen in einer art “Räuber&Gendarme” geschossen werden kann, und mit speziellen Vorrichtungen die Lebenspunkte gezählt/ dezimiert werden können. “Tot” heisst in dem Fall dann “Teleport nach Hause”.
2. Blut spritzt nur, wenn ein Avatar ein entsprechendes partikelsystem benutzt.. siehe Punkt 1.
3. Gegen “Störer”, sogenannte “Griefer”, kann man bei geschlossenen Veranstaltungen einfach nur die Avatare der Gästeliste auf dem Land zulassen und alle anderen Bannen… Problem gelöst.
In Summe ein lausiger Versuch, etwas mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Jeder der SL schon mal angesehen hat lacht Commeta aus…
[...] unseren letzten Beiträgen berichteten wir über einen angeblichen “Amoklauf” in Second Life. Diese Information war in den vergangenen Tagen vom Virtual Conferencing im ComMeta Convention [...]
Also, dann sollen doch zukuenftig alle Durchgeknallten ins SL verbannt werden, dann koennen sie von mir aus den ganzen Planeten virtuell abknallen - und wir haetten ein Problem weniger…
Ist ja nicht das erste mal mit dem ganzen Amoklauf zeug ;-)