Willkommen bei MySpacebook
März 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhalten
Ähm, ich meine bei Bebo. Soziale Netzwerke im Internet sind der Renner: Nach MySpace, Facebook, StudiVZ mit all seinen Ablegern, den Lokalisten und im Business-Bereich auch Xing und Linkedin, bietet sich nun eine weitere Online-Plattform als Freundschaftsgenerator in Deutschland an.
Bebo existiert zwar schon seit 2005 und war bis jetzt mit seinen 22 Millionen Nutzern vorwiegend außerhalb Europas bekannt, nun aber soll die Bebo-Manie auch Europa erreichen: Seit dem 16. März gibt es die Plattform also auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Holländisch. Der Clou: Es gibt die Möglichkeit, andere Anbieter mit einzubinden, ob nun YouTube, Facebook, Flickr, Googlemail, Delicious oder Twitter. Alle News werden auf die Bebo-Seite gelotst. Eine All-In-One-Lösung – kann das gut gehen mit dem Big Brother Bebo? Grund genug, um es einfach mal zu testen.
Schnell angemeldet und schon werden alle Freunde aufgelistet, die sich bereits bei Bebo eingefunden haben. Da gilt es erstmal zu sortieren, welche Kontakte sich denn für den ganz privaten Bereich eignen, da ich gut und gerne auf Intimitäten mit meiner Hochschulsekretärin verzichten kann. Der erste Eindruck war, dass es sehr stark nach einer Mischung von Facebook und MySpace wirkt, wahrscheinlich mehr MySpace als Facebook. Oder doch mehr Facebook?
Nun ja, das Aussehen ist etwas dröge und wie bei vielen anderen Online-Netzwerken ist das Profil viel zu lang und undurchsichtig. Auch konnte ich nicht entdecken, wo man einzelne Module löschen kann. Was dafür relativ schnell gefunden wurde, ist eine Palette an möglichen Skins (Profilhintergründen), die meinem Stino-Langweiler-Profil einen individuellen Hauch verleihen sollen. Zwischen blinkenden Glitzerherzchen und deprimierenden Emo-Hintergründen hin und her gerissen, ist leider für ästhetisch anspruchsvolle Augen so schnell nichts zu finden. Da gab ich mich erst einmal zufrieden und hangelte mich weiter durch den Dschungel an Möglichkeiten. Wie bei Facebook gibt es auch bei Bebo einen Instant-Chat und unzählige weiterer unterhaltsamer aber größtenteils überflüssiger Applikationen. Zudem kann man sich – hurra, wie neu – musikalisch outen und virtuelles Groupie von tausenden Bands werden.
Klingt das für Sie alles neu? Dann sollten Sie Mitglied werden. Allerdings bietet Bebo genau dieselben Spielereien, die alle anderen Netzwerke auch haben. Ein Fazit? Tja, Bebo ist weder besser noch schlechter als all die anderen. Es hängt ganz davon ab, von wem man gefunden werden will, welche Interessen gehegt und gepflegt werden, wie transparent man sein will und in dem Zusammenhang, in wie vielen Netzwerken man schon Mitglied ist (Wie viele Passwörter können Sie sich denn merken?). Bebo bietet also die Möglichkeit, noch mehr Webpräsenz zu zeigen und ist vor allem dann dienlich, wenn man viele Freunde im Ausland hat oder haben will.


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