AutistVZ - (k)ein Scherz
September 2009 | Meinung von Sylvia Rassler | Neue Artikel per Mail erhaltenEs war einmal ein Mensch. Dieser Mensch wuchs auf und lernte andere Menschen kennen. Manche von diesen Menschen fand er nett, andere wiederum ein bisschen doof. Trotzdem wollte er mit diesen Menschen in Kontakt bleiben. Deswegen erfand der Mensch das Telefon. Aber das Telefon war nicht genug, denn man konnte einander nicht sehen. Daraufhin erfand der Mensch das Internet und soziale Netzwerke. Jetzt konnte man alles austauschen: Bilder, Lieder und Informationen. Gleichzeitig wurden getrost exzessive Rettungsringe und Bürostuhlhintern erfunden.
Mit Twitter und Co. beschwört so manch einer Szenarien herauf, wo Alltagskommunikation ohne Smileys, Hashtags oder SMS-Sprache völlig brach gelegt wird. Generell möcht ich meinen, das die Unfähigkeit zur Kommunikation in der Alltagswelt dann erreicht ist, wenn man nur noch von sich in der dritten Person spricht. Man geht ins Büro und sagt “Sylvia R. sagt guten morgen.” oder im Metzgerladen folgendes bestellt: “Sylvia R. hätte bitte gern #200GrammHackfleisch von @metzger für das Dinner mit @Schatzi. Bilder davon findet @metzger und @derrestderwelt bei www.flickr.com“. Viele meinen, es sei Zeit für einen radikalen Cut - alias Autist VZ.

Autist VZ - mit durchaus denkwürdigen Namen versehen - ist ein anti-soziales Netzwerk, wo man ausnahmsweise mal NICHTS machen kann. Nichts, außer seine Profile bei all den bekannten Netzwerken wie Facebook, Studivz und Lokalisten zu löschen in den Dreck zu ziehen und die Werbezeile einer Online-Buchungs-Website für Hostels zu lesen. Es zeigt sich also, dass AutistVZ ein einzige Werbemasche, mit einem großen Hintergedanken ist, nämlich den des Nicht-Vernetzens. Thumbs up für die Idee, Abzüge gibt es in der B-Note für den anstößigen Namen.
(hier gefunden)
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