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November 2008 | Meinung von Tina Strobel | Neue Artikel per Mail erhalten
Schnattern für die Unternehmenskommunikation scheint, nach einem gefühlten Hype im Frühjahr, wieder interessanter zu werden. Klaus Eck hat heute das Social-Web Breakfast in Frankfurt am 03.12. angekündigt. Darin soll es um Twitter gehen und darum, wie dieser Micro-Blogging-Service im Sinne der Unternehmenskommunikation eingesetzt werden könnte. Gleichzeitig bringt Eck noch drei Beispiele wie Twittern bereits die Unternehmenskommunikation beeinflusst. Brainwash hatte eines dieser Beispiele gestern schon ausführlich beschrieben. Robert Basic wiederum greift das Beispiel heute auch auf und verkündigt gleich noch die neueste Entwicklung im Fall “Facebook will Twitter kaufen”. O’Reilly Media veröffentlichte Mitte November auf YouTube einen einstündigen Leitfaden für “Twitter for Business“. Außerdem werden Erfolgsfaktoren und Regeln für das Corporate Twittern zusammengefasst, gute und schlechte und überhaupt deutsche Corporate Twitter zusammengetragen und gefragt, ob Twitter ein relevantes Tool ist zur Unternehmenskommunikation in Deutschland - oder es zumindest bald sein könnte.
Möchte man eine Zwischenbilanz ziehen, könnte man vielleicht sagen, Twittern ist für deutsche Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit Bloggen machen ein logischer (Fort-) Schritt. Die Grundvoraussetzung scheinen jedenfalls die gleichen zu sein. Twitter als weiteren Verbreitungskanal für RSS-Feeds zu sehen, ist nur kurzfristig tragbar. Langfristig entscheiden wieder Aktualität, Authentizität, Dialog und “Menschlichkeit” der Beiträge über den Erfolg.
Top-Corporate-Blogger wie Saftblog und MyMüsli twittern schon fleißig, andere, wie Daimler, befolgen den vorsichtigen Rat und haben sich zumindest schon einmal einen Twitter-Account gesichert. Interessant wäre vielleicht noch zu wissen, ob und wenn ja, warum Twittern bei Daimler anscheinend nicht zu den Lieblingsspielzeugen gehört.


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Ich finde das Vorgehen von Daimler eigentlich gar nicht so inkonsequent: Der auf den Firmennamen lautende Account wurde gesichert, damit keiner Unfug damit treibt. Dass dieser aber nicht genutzt wird, ist nachvollziehbar. Das Argument: Beziehungen baut man einfacher mit Personen als mit abstrakten Marken auf (und ganz praktisch: wer sollte unter einem Account wie “Daimler” denn twittern?). In meinem Twitter-Netzwerk finden sich deshalb konsequenterweise eine gute Hand voll Daimler-Blogger, die dort auch schon eine ganze Weile sehr aktiv unterwegs sind. Beispiele: @signal77, @uknaus, @fachat und andere.
Sorry: @fachtatc ist korrekt
Kleine Korrektur: @fachatc, nicht @fachat, Ansonsten stimme ich hr pleil vollkommen zu
U.nd wieder einmal muss ich Thomas Pleil zustimmen. Twitter sei dank bin ich via tweet von tp_da auf diesen post aufmerksam geworden. Das ist naemlich momentan meine einzigste informationsquelle.
Microblogging ist definitiv ein Thema für Unternehmen. Plattformen wie Laconi.ca ermöglichen schließlich auch den Betrieb eines internen Microblogging-Dienstes mit geschlossener Benutzergruppe. Für große Unternehmen kann das eine Chance sein, die eigenen Mitarbeiter effektiver miteinander zu vernetzen, ohne sich zu exponieren. In so einem Biotop kann das Unternehmen die Mechanismen des Microbloggings lernen und den konkreten Nutzen für die externe Kommunikation ableiten (oder auch nicht).
…und dass man damit richtig Umsatz machen kann, beweist das Beispiel von Dell (500.000,- EUR!). Da stellt man sich schonmal die Frage, wann Twitter selbst mal Umsatz machen will und vor allem WIE? ...
[...] bin ich auf einen Eintrag beim Corporate Media Blog gestolpert, den ich kommentieren wollte, es dann, aus welchen Gründen auch immer, vergaß. Heute [...]
Auߥr f?tomer Support kan ich mir keinen sinnvollen Einsatz von “Corporate Accounts” bei Twitter vorstellen - und das, was ich sehe (bspw von den Kollegen von Weber Shandwick für T-Mobile) überzeugt mich nicht. Saftblog und MyMüsli sind da anders, weil es bereits stark personalisierte Unternehmen sind.
Warum kann m.E. ein Corporate Account nicht wirklich funktionieren? Weil - Cluetrain lässt grüßen - ein Unternehmen keine menschliche Stimme hat. Sondern nur Menschen eine menschliche Stimme haben. Da Twitter aber ein radikal menschliches (weil Small Talk) Medium ist, kann es nur menschlich funktionieren, wenn es nicht zu einem Linkablaichen oder PM-Verlinken verkommen soll.
Insofern ja: Sichern des Unternehmensnamens ist wichitg, Menschen aus dem Unternehmen als Menschen twittern zu lassen, ist sinnvoll. Und verändert nicht nur Perception für Unternehmen sondern auch die Kommunikationskultur im Unternehmen.
(disclosure: Ich berate Daimler bei diesen Dingen und bin nicht völlig unschuldig daran, dass der eine oder andere dort zu twittern begonnen hat)
@luebue … äh… Wolfgang: Stimmt, ein Unternehmen kann nicht twittern, denn nur Personen sind menschlich :-) Genauso sehe ich es mit dem Bloggen; auch da will ich als Kommunikationspartner mit einem oder mehreren Personen interagieren.
Personen bringen nicht nur Tatsachen ein sondern ihre Ansichten, Meinungen und ihre Identifizierung mit dem Unternehmen. Das öffnet die Augen und das Gehirn bei den Beteiligten (sollte es zumindest) und das wiederum sollte in das Unternehmen strahlen - und zurück.
Für den Einsatz von Twitter direkt durch ein Unternehmen / Kampagne sehe ich nur wenige Szenarien (wie auch Customer Support) . Ein Szenarium ist für mich ein Account, über den in Echtzeit Kurznachrichten verbreitet werden. Für solche “Newschannel” habe ich einen eigenen Twitteraccount. Dort habe ich z.B. ... oder ... abonniert, um mich zu bestimmten Veranstaltungen, Unternehmen, Politiker im Nachrichtenstream aktuell zu halten. In Twhirl habe ich dementsprechend mehrere Fenster auf. Meinen RSS-Reader habe ich nicht ständig auf - dort erwarte ich auch einen kompletten Artikel bzw. zumindest eine Zusammenfassung.
Kommunikation läuft aber über meinen “richtigen” Twitteraccount ab - mit Personen, deren Unternehmenszugehörigkeit einen Teil ihrer Identität ausmacht
[ via ... ]
Ich rate vom Pauschalisieren ab. Das es anders geht, zeigen Beispiele aus Politik und der Verbandsarbeit:
A) Bei den Grünen gibt es mittlerweile jede Menge Twitter-Accounts. Das reicht vom Promi @Volker_Beck bis hin zu Accounts wie @GRUENE_BaWue, @gruene_rlp oder eben @Die_Gruenen. Wenn da Tweets wie “wurden jetzt aus der blockade getragen. Alle aus unserer gruppe heil.” ( ... ) live aus dem Wendland gebloggt werden, habe ich nicht im geringsten das Gefühl, das da kein “echter” Mensch die Tweets raushaut. Vielmehr gibt es bei den Grünen (historisch bedingt ;-)) eine Kommunikationskultur, die ideal ist für die neuen Instrumente der Social Media Communications. Bevor die anfangen mit dem Twittern, schauen sie erst, wie es funktioniert und von den anderen genutzt wird. Das macht den Unterschied zum PI-Versand per Twitter.
B) Moin Moin aus Hamburg! Gestern Abend einen sehr schöne Veranstaltung zu Personal & #Public #Relations mit thehartworker. Vielen Dank! ( ... )
Dieser Tweet stammt vom Account DPRG - würde man ihm nicht zutrauen, wenn man die staubtrockene und unlustige Website der DPRG kennt. :-) Der Informationsgehalt ist knapp über Null, aber das hat definitiv ein Mensch geschrieben, obwohl DPRG auf der Verpackung steht. Auch hier macht der Ton die Musik.
Was bedeutet das für Unternehmen? Entscheidend ist die Unternehmenskultur. Sie ist der Wegbereiter für neue Kommunikationsformen. Stimmt die Chemie, klappt es auch mit dem Twittern. Selbst, wenn eine Marke auf dem Account klebt.
Naja - aber die Beispiele zeigen ja auch, dass es eben nicht geht, als Organisation zu twittern :)
A) Bei den Grünen ist immer transparent, wer da gerade twittert (machen sie meistens mit einem Kürzel als Hashtag) - und die lesbareren sind ja doch trotz allem die persönlichen Twitteraccounts. Die Büti-Tweets aus Denver waren ein Paradebeispiel des Unsicherheit, finde ich (disclosure: ich bin Mitglied der Grünen).
B) der dprg-Account ist eben gerade kein Verbandsaccount, sondern, siehe Namen und Bio, ein persönlicher. Dass er am Anfang Schwierigkeiten hatte, seine Rolle zu definieren, zeigt ja auch hier, wie wenig sich twitter für Organisationen an sich eignet.
Selbst das Beispiel Dell ist ja hochgradig personalisiert! Die Twitteraccounts von Welt und taz changieren zwischen persönlich und Organisation, entwickeln sich aber immer mehr zu menschlichen Accounts, was ja auch gut und naheliegend ist, finde ich.
(Ich muss dazu wirklich noch was schreiben, mal sehen, wann ich heute dazu komme)
Hallo Wolfgang, wir sind da gar nicht so weit auseinander. :-)
Ich würde es so ausdrücken: Twittern kann sich für Unternehmen lohnen, wenn die Accounts von “echten” Menschen geführt werden. Klar ist der DPRG-Account ein persönlicher - das Label ist es jedoch nicht. Diese Mischung macht den Reiz aus und kann zu Erfolg führen. Wichtig ist, dass die Kommunikationsform (”unkonventionelles Zwitschern”) auch zur Unternehmenskultur oder dem Markenkern passt.
Um auch meinen Standpunkt in die Diskussion einzubringen. Klar, als Organisation zu twittern ist nicht so einfach. Wir haben es mit dem T-Mobile G1 Account so gehalten, dass wir für und über ein Produkt und zukünftig stärker über damit zusamenhängende Themen bzw. Ereignisse twittern. Mit Klarnamen und Information zur Zusammenarbeit. Ich gebe gerne zu, dass da bisher noch nicht sooo viel passiert ist, was aber auch mit der Choreographie der Ereignissse zu tun hat. Grade weil Twitter sehr mit den dahinterstehenden Personen verbunden wird, agieren wir da lieber etwas zurückhaltender. Das hat auch mit Selbstschutz zu tun, der m.E. angebracht ist und über den ich auch hier: ... gebloggt hatte. Trotzdem hilft uns Twitter dabei, Fragen und Anmerkungen aufzunehmen und an den Kunden weiterzugeben bzw. in unsere Maßnahmen zu intergieren und eben auch mal als Push-Kanal Informationen weiterzugeben.
Daimler hat heut selber noch einmal das Twittern in seinem Blog thematisiert: ...
Deutsche Startups hat eine umfangreiche Liste twitternder Startups zusammengestellt: ...